Badenscher Hof in Berlin ein Tipp für Musikfreunde
Der „Badenscher Hof“ lässt vom Namen her alles mögliche vermuten, nur nicht einen Jazzclub, und noch dazu einen so guten. Als ich das erste Mal vom Badenscher Hof hörte, dachte ich an eine Pension, ein Hotel, oder ein schwäbisches Restaurant. Das mit dem schwäbischen Restaurant ist dann auch gar nicht so verkehrt, aber dazu später.
Ich erhielt von einem französischen Gast von mir aus Frankreich eine Email mit einem Link zu dem Konzert von Ray Blue „Tribute to Ray Charles“ im Bandenscher Hof. Dieser Gast empfahl mir wärmstens dort hinzugehen und das Konzert zu besuchen. Für neue, gute Tipps immer aufgeschlossen habe ich das auch sofort in Angriff genommen. Ich rief im Badenscher Hof an und erfuhr, dass man für 15 Euro pro Person diesem Konzert beiwohnen kann und reservierte sofort zwei Plätze. Das Konzert fand am 15.5. ab 21:00 statt. Um noch Zeit zu haben und etwas zu essen trafen wir gegen 19:45 ein und bekamen 2 Plätze an einem Tisch zugeteilt. Der Raum in dem das Konzert stattfindet bietet ca. 40 Sitzplätze, die auch alle belegt sind. Man teilt sich einen Tisch immer mit „fremden“ Leuten, die dann aber bald keine Fremden mehr sind. Bei der Speisekarte kommt dann der Bezug zum badischen und dem Badenscher Hof zum Vorschein. Es gibt u. a. schwäbische Küche. Maultaschen, Spätzle, Zwiebelrostbraten, aber auch Salate und Bratkartoffeln u. v. m.. Die Käsesptäztle und die Maultaschensuppe schmeckten total lecker und waren preislich im unteren Bereich dessen, was man so in Berlin bezahlen muss.
Das Konzert begann mit einer halben Stunde Verspätung (was normal ist, wie mir Stammgäste sagten) um 21:30 und dauerte mit einer längeren Pause bis ca. 23:45 Uhr. Das Konzert war klasse und die Stimmung innerhalb kürzester Zeit auf dem Höhepunkt. Wir waren total begeistert und kommen sicher wieder.
Ich kann meinen Gästen und allen Berlinbesuchern einen Konzertabend im Badenscher Hof wärmstens empfehlen. Tolle Musik, gute Hausmannskost, klasse Atmosphäre….
Bis bald mal wieder…..
Badenscher Hof
Badensche Straße 29 / Ecke Berliner Straße
10715 Berlin Wilmersdorf
+49 (0)30 861 00 80
Frida Kahlo Retrospektive im Martin-Gropius-Bau in Berlin
Im Martin Gropius Bau in Berlin sind vom 30.April bis 9. August 170 Malereien und Zeichnungen der berühmten mexikanischen Künstlerin zu sehen. Einige der Exponate waren noch nie vorher zu sehen oder galten gar als verschollen. Ein besonderer Höhepunkt der Ausstellung ist ihr letztes Werk, welches ebenfalls noch nie zuvor irgendwo ausgestellt war. In der Ausstellung wird die rätselhafte Verschlüsselung ihrer Bilder durch Zahlen und Wortspiele erklärt und verdeutlicht.
Die Ausstellung wird von einer Fotoschau aus dem Besitz der Familie und nahestehender Freunde begleitet. Diese Fotoschau wird von Frida Kahlos Großnichte, der Fotografin Cristina Kahlo betreut.
Der Ansturm an den ersten Besuchertagen war groß und die Schlangen lang. Bis zu zwei Stunden Wartezeit muss man derzeit einkalkulieren. Solche Schlangen und Wartezeiten erinnern an die Moma. Im Jahr 2004 wurden in der Neuen Nationalgalerie Werke aus dem New Yorker Museum of Modern Art (Moma) gezeigt und während der gesamten Dauer der Ausstellung kam es zu langen Schlangen und Wartezeiten.
Ostern in Berlin
Ostern in Berlin. Karfreitag, schönes, sonniges Wetter, die Stadt ist voll von Touristen und platzt aus allen Nähten, wie man speziell am Checkpoint Charlie sieht. Aber auch die Berliner genießen das schöne Wetter und streben ins Freie und in die Parks.
Rund um den Potsdamer Platz genießen Besucher und Berlin das Wetter.
Übernachtungen in Berlin so preiswert wie sonst nur in Ländern der Dritten Welt
Wie die Berliner Morgenpost am 20. März 2010 berichtet sind die Preise für Übernachtungen in Berliner Hotels und Pensionen so günstig wie kaum sonst irgendwo in Europa und befinden sich heute auf dem Niveau der Preise von 2003. Die Berliner MoPo beruft sich dabei auf den Hotelpreis-Index (HPI) der Hotelbuchungsseite hotels.com. Über diese Seite können Kunden 94.000 Hotels an 16.000 Standorten buchen. Durch die generierten Buchungen kann hotels.com exakt den tatsächlich bezahlten Preis für eine Hotelübernachtung ermitteln.
Für ein Übernachtung im 5-Sterne-Hotel muss man in Berlin demnach durchschnittlich 136 Euro ausgeben. Wer es billiger möchte muss auf einige wenige Städte Osteuropas und in Schwellenländer ausweichen. Budapest, Kapstadt, Lissabon, Marrakesch, Prag, Warschau und Peking gehören zu Städten wo man noch billiger übernachten kann. Erhöht man der Preis auf 150,– Euro pro Nacht (was immerhin ein Plus von ca. 10% gegenüber den Berliner Preisen ist), kann man auch noch in Bangkok, Kairo, Dublin, Frankfurt/Main, Istanbul, Las Vegas, Madrid, Oslo, und Wien übernachten. Ähnlich sieht diese Rangliste auch in der 3-Sterne-Kategorie aus.
Für mich ist diese Studie keine Überraschung, ich spüre diesen Preisdruck jeden Tag am eigenen Leib.
Frühlingserwachen Am Lietzensee in Berlin Charlottenburg
Man kann die Freude und Erleichterung förmlich mit Händen greifen.
Endlich ist die Kälte vorbei und das erste Mal im Jahr 2010 hat man das Gefühl von Frühling und vom Ende des Winters. Die Sonne scheint und die Leute strömen ins Freie und auch im Cafe am noch zugefrorenen Lietzensee sitzen die Gäste schon draußen im Freien und genießen die ersten Sonnenstrahlen.
Übernachtungszahlen in Berlin – Da kann doch etwas nicht stimmen
In der Kalenderwoche 3/2010 habe ich in einer seriösen Berliner Tageszeitung einen Bericht gelesen der als Inhalt die Mehrwertsteuersenkung für die Hotellerie hatte, welche sich die Hotels in die eigene Tasche stecken würden, worauf ich in einem anderen Beitrag in meinem Blog näher eingehe. Im Anschluss an Bericht veröffentlichte die Journalistin noch folgende Zahlen:
In 2009 gab es in Berlin 19 Mio. Übernachtungen, in 2003 waren es 11 und in 1993 7,3 Millionen. Es gibt 723 Hotels in Berlin was zu 2008 einen Anstieg um 71 Hotels bedeutet. Die Auslastung der Hotels ist in 2009 im Vergleich zu 2008 um weitere 5% auf 56% gestiegen.
Ein Haufen Zahlen, die nicht miteinander vergleichbar sind da sie aus unterschiedlichen Jahren sind und mal in Prozenten, mal in absoluten Zahlen angegeben sind. Aber auf den ersten Blick kamen mir die Zahlen nicht schlüssig vor und ich habe mir die Mühe gemacht die Zahlen mal nachzurechnen (2008 zu 2009) und vergleichbar zu machen.
Übernachtugen
2008 17,8 Mio (lt. BTM)
2009 19 Mio
Das macht ein Plus von 1,2 Mio, oder 6,74%
Hotels:
2008 652 (723 minus 71)
2009 723
Plus 10,9%
Auslastung lt. Artikel angeblich plus 5% gegenüber 2008
Wie sich das rechnet ist mir ein völliges Rätsel. Auf 10,9% mehr Hotels (ich gehe davon aus, dass die Zahl der Betten/Zimmer auch um ca. 10% gestiegen ist) kommen NUR 6,74% mehr Übernachtungen, was dann eine Steigerung der Auslastung um 5% ergibt.
Ich habe die Zahlen mehreren anderen Leuten gezeigt, weil ich dachte, das ich evtl. einen Denkfehler mache, aber keiner konnte das nachvollziehen. Selbst wenn ich in Betracht ziehe, dass natürlich die neuen Hotels nicht am 1.1.2009, sondern im Laufe des Jahres erst auf den Markt kamen, kann ich die Zahlen nicht nachvollziehen.
Wenn ich dann noch mit einbeziehe, das im Mai 2009 viele Hotels Umsatz- und Übernachtungsrückgänge (teilweise im 2-stelligen Prozentbereich) meldeten im Vergleich zu 2008, deshalb Einstellungsstopps verhängten, Mitarbeiter in Zwangsurlaub schickten, Restaurants schlossen und ihre Sterne-Klassifizierung abgaben, rechnet sich diese Auslastungssteigerung noch viel weniger.
Ich habe also eine Mail an die Journalistin geschrieben und sie gebeten mir das mal zu erklären oder vorzurechnen. Leider habe ich keine Antwort bekommen.
Wir reden hier nicht von der Zeitung mit den vier großen Buchstaben, oder einem anderen Blatt dieser Kategorie (da hätte ich mich ja nicht gewundert), sondern von einer seriösen, angesehenen Zeitung.
Hotels geben die Mehrwertsteuersenkung angeblich nicht weiter
In den letzten Tage erschienen in mehreren Tageszeitungen Berichte darüber, dass die Hotels die Mehrwertsteuersenkung, welche sie seit 1.1.2010 genießen, nicht an die Gäste weitergeben, sondern sich in die Tasche stecken.
Auch ich halte die Senkung der MWST für einen Witz und reine Klientelpolitik und habe das auch in meinem Blog am 3.12.09 thematisiert.
Was mich an all den Artikeln stört ist die Art der Datenerhebung. Da ich eine kleine Pension bin und mich, was die Preise angeht, an den großen Marktführern orientieren und anpassen muss habe natürlich auch ich versucht herauszufinden wie sich die Preise entwickeln. Mir ist das aber nicht gelungen.
Die Zeitungsberichte basieren anscheinend alle auf einer Stichprobe, welche mehrere Verbraucherzentralen durchgeführt haben sollen. Diese hatten Mitte Dezember 2009 in einigen Hotels angerufen und sich die Preise notiert und diese Abfrage Mitte Januar 2010 wiederholt.
Diese Art der Preiserhebung ist, vorsichtig ausgedrückt, nicht sehr schlau, anders ausgedrückt sogar unseriös. Warum? Man kann nicht Preise von Dezember mit Preisen von Januar vergleichen. In Berlin z. B. ist Mitte Dezember die Auslastung der Hotels eher schlecht, weil keine größeren Kongressen und Messen stattfinden. Dies bedeutet, dass auch die Preise niedrig sind. Zu der Zeit konnte man Zimmer im 5-Sterne-Hotel schon ab 99,– inkl. Frühstück und im 3-Sterne-Hotel ab 29,– bekommen (auf Basis dieser Preise kann ich nur hoffen, dass KEIN Hotelier die MWST-Senkung weitergibt). Mitte Januar jedoch ist in Berlin Grüne Woche und Fashion Week. Zwei Großveranstaltungen also, die die Belegung der Hotels stark steigen lassen und automatisch höhere Preise zur Folge haben. Wenn schon Preise vergleichen, dann Januar 2009 mit Januar 2010 und Dezember 2009 mit Dezember 2010. Das sind vergleichbare Zahlen. Ich kann ja auch nicht im Februar die Hotel- und Flugpreise in/nach Mallorca mit denen zur Ferienzeit vergleichen.
Meiner Meinung nach lässt sich über die generelle Preisentwicklung aktuell noch gar keine seriöse Aussage treffen.
Hotelpreise sind Tagespreise und ändern sich oft mehrmals wöchentlich, je nach Auslastung und Nachfrage. Anhand der „offiziellen, veröffentlichten“ Preise kann man auch sicher keine Aussage darüber treffen ob die Senkung der Mehrwertsteuer weitergegeben wird oder nicht. Um darüber eine sichere Aussage zu treffen muss man den Durchschnittspreis, bzw. den tatsächlich erzielten Preis pro Nacht/Zimmer über einen längeren Zeitraum zu Grunde legen, der von den offiziellen Preisen oftmals erheblich nach unten abweicht. Ist die Auslastung nicht besonders gut werden wir schnell wieder sehr niedrige Preise sehen
Deshalb halte ich die Aussage, dass die Hotels die Senkung nicht weiter geben für verfrüht und nicht sehr seriös zum jetzigen Zeitpunkt. Traurig finde ich nur, dass anscheinend alle Zeitungen blind abschreiben, ohne auch nur mal kurz darüber nachzudenken, ob die Recherche Hand und Fuß hat und seriös durchgeführt wurde.
Außerdem war die Begründung der Politik für die Senkung der Mehrwertsteuer nicht niedrigere Hotelpreise, sondern den Hoteliers Geld für Investitionen und Personal zu geben um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Von Preissenkungen war da nie groß die Rede.
Alle reden vom Wetter, wir nicht!
war einmal ein Werbeslogan der Deutschen Bahn, genau wie “Unternehmen Zukunft – Deutsche Bahn”.
Aus heutiger Sicht klingt das wie Hohn, Spott und Realsatire. Wie die Zukunft aussieht wissen wir und übers Wetter redet derzeit vor allem die Bahn.
Über das Disaster bei der Berliner S-Bahn, die zu 100% der Deutschen Bahn gehört, ist ja genug geschrieben worden. Das es beim Mutterkonzern nicht viel besser auszusehen scheint lässt sich anhand persönlicher Erfahrungen vermuten. Ich bin ja (dem Herren sein Dank) kein Vielfahrer, aber so ca. vier Fahrten pro Monat muss ich leider mit der Deutschen Bahn ertragen. Im Moment ist es gerade einmal wieder besonders schlimm und Schuld an dem Chaos ist: DAS WETTER, von dem heute niemand MEHR redet als die Bahn. Die Autobahnen sind frei, der Verkehr auf der Straße rollt ohne Probleme, aber bei der Bahn herrscht Chaos. Über vereiste Oberleitungen und den damit zusammenbrechenden Verkehr will ich hier auch nicht reden, sondern über den alltäglichen Ärger, anhand zweier persönlicher Beispiele.
Sonntag 17.1.2010, Berlin-Hannover-Bremen-Bremerhaven. Alle ICEs zwischen Hannover und Bremen wurden gestrichen. Ersatzzüge können nicht immer bereitgestellt werden. Man kann von Seiten der Bahn auch nicht voraussagen, welche Verbindungen durch Ersatzüge durchgeführt werden können. Das muss der Reisende dann am Bahnhof Hannover und Bremen kurzfristig selbst recherchieren. Abfahrt in Berlin/Spandau um 14:03, Ankunft Hannover 15:28. Der ICE 15:45 fällt aus. Ersatzzug gibt es dann aber tatsächlich, wenn auch mit ein wenig Verspätung. Ankunft in Bremen ca. 17:00 statt mit dem ICE 16:45. Der letzte Regionalexpress für diesen Tag von Bremen nach Bremerhaven fuhr um 16:56 und hat nicht diese 4 Minuten auf den ICE-Ersatz (in dem sicher etliche Fernreisende aus ganz Deutschland saßen, die weiter Richtung Bremerhaven wollten). Auskunft der Bahn zur nächsten Reisemöglichkeit: 16:34 Regionalbahn nach Bremerhaven. Nur leider fiel diese Regionalbahn um 16:34 ersatzlos aus. Nächste Reisemöglichkeit eine Stunde später um 17:34. Herzlichen Dank für die tolle Leistung. Der Wutpegel steigt.
Der Grund für diese Chaos: Das Wetter! Nach Recherchen von Radio Bremen sind die Kupplungen der ICEs eingefroren (bei Temperaturen von +3 bis -5 Grad in der Woche. Was machen Bahnbetreiber in Kanada, Alaska, Sibirien???). Die Verbindung nach Bremen wird mit einem ICE aus München gefahren, der in Hannover getrennt wird und eine Hälfte nach Hamburg weiterfährt, die ander Hälfte nach Bremen. Durch die eingefrorenen Kupplungen kann der Zug nicht in Hannover getrennt werden, weshalb der Zug komplett nach Hamburg weiter fährt. Wann dieses Chaos zu Ende ist kann bei der Bahn leider noch keiner sagen.
Samstag 23.1., wieder Berlin-Hannover-Bremen-Bremerhaven. Inzwischen sind die ICEs zwischen Hannover und Bremen aus dem Fahrplan gestrichen, was den Vorteil für die Bahn hat, dass es keine Verspätungen und Zugausfälle geben kann. Gut für die Bahn, schlecht für den Kunden. Denn von Hannover nach Bremen gibt es nun nur noch ca. alle zwei Stunden eine Verbindung. Ich habe mir also eine dieser 2-stündlichen Verbindung rausgesucht, für die ab Hannover regulär immer ein IC fährt, in der Hoffnung, dass diese Verbindung auch klappt. Um es vorweg zu nehmen: Sie tat es auch. Allerdings fuhr ab Berlin nur ein halber ICE (13:04 ab Spandau). Angeblich wegen einer technischen Störung. Ich vermute die technische Störung lag daran, dass die Kupplungen eingefroren waren und die einmal (bei warmen Wetter) getrennten Züge wohl nicht mehr zusammengekoppelt werden konnten. Wie es in einem halben ICE aussieht kann man sich vorstellen. Die Gänge voll, der Zug überfüllt. Man muss wie die Hunde am Boden und in den Gängen sitzen. Zum Glück sind Samstags die Züge nicht sooo voll, sonst wäre es noch chaotischer zugegangen.
Update 31.1.10: Das ich mit meiner Vermutung nicht ganz falsch liege zeigt ein Bericht der Berliner Morgenpost vom 31.1.. Anscheinend fahren alle Züge, die irgendwo/irgendwann mal geteilt wurden nur noch als Halbzüge, da die einmal getrennten Züge anscheinen nicht mehr zusammengekoppelt werden können. Der Zug um 9:48 ab Hbf ist die selbe Verbindung wie der um 13:04 ab Spandau, bei dem ich eine Woche vorher das selbe Erlebnis hatte.
Was bin ich aber auch wieder für ein Nörgler und Miesepeter. Statt das ich froh bin, dass der Zug überhaupt fährt und sogar noch pünktlich ist, beschwere ich mich darüber, dass ich kalten, zugigen Gang sitzen muss. Tststs…… Mir ist wohl gar nicht mehr zu helfen.
Ankunft in Bremen 15:51. Nur leider: Samstag fährt der stündliche Regionalexpress nach Bremerhaven NICHT um 15:56, weshalb ich also bis 16:34 auf die Regionalbahn warten musste. Eine Stunde früher und eine Stunde später (14:56 und 17:56) fährt der RE, auch wenn da kein ICE in Bremen eintrifft, von dem die Fahrgäste ins Umland verteilt werden müssen.
Mich erinnert das inzwischen an Länder der Dritten Welt, wo ich mal ein paar Jahre gearbeitet habe. Dort muss man froh sein wenn der Zug überhaupt fährt. Wie, wann und wie lange ist zweitrangig. So ähnlich ist es inzwischen hier in Deutschland auch manchmal.
Das ist also geblieben vom “Unternehmen Zukunft” und von “alle reden vom Wetter, wir nicht”. Meiner Meinung nach hat die Bahn in den letzten Jahre überall massiv gespart und den Konzern uns eine Töchter finanziell ausgequetscht bis zum Letzten (übrigens mit vielen Milliarden an Subventionen aus dem Steuersäckel). Egal wie, egal wo, der Profit muss stimmen. Man wollte ja schließlich an die Börse, wofür die Zahlen gut sein müssen. Da kann man nicht noch Geld ausgeben um Kupplungen zu warten und winterfest zu machen (ausreichend fetten hätte vielleicht schon gegen einfrieren geholfen).
Der Kunde ist nur lästiges Beiwerk und soll den Mund halten. Wem es nicht passt, der kann ja Auto fahren, denn andere Alternativen gibt es leider nicht. Alternativen und Konkurrenz hat man der Bahn ja immer schön vom Hals gehalten. So dürfen in Deutschland (was viele nicht wissen) keine Linienbusverbindungen im Fernverkehr betrieben werden (Ausnahme von/nach Berlin, was historische Gründe hat). Denn auch für Bus-Fernverbindungen hat die Bahn das Monopol in Deutschland. Wer eine Busverbindung betreiben will benötigt dafür die Zustimmung der Bahn. Warum es keine Bussverbindungen gibt, kann sich jeder an fünf Fingern selbst ausrechnen.
Viel Spaß weiterhin allen jenen, die auf das “Unternehmen Zukunft” angewiesen sind, so wie ich, zum Glück nur recht selten.
Weiter geht es. Diesmal meine Freundin nach Berlin. Wieder Strecke Bremerhaven – Bremen – Hamburg (nicht Hannover, denn da fahren ja immer noch keine ICEs) – Berlin. Samstag 30. Januar 8:50 ab OHZ.
Der Zug von Bremen nach HH hatte natürlich mal wieder Verspätung,ist ja schließlich Winter. Verspätung so groß, dass der Anschluss in HH weg ist. In HH, oh wie schön, oh welch Wunder, auch der Zug von HH nach Berlin hat Verspätung, womit der Anschluss doch noch erreicht wird. Es kommt sogar noch Besser. Ein anderer Zug nach Berlin, der schon längst weg sein sollte hat auch 40 Min. Verspätung und fährt quasi in dem Moment ab. Meine Freundin springt auch den verspäteten Zug und kommt pünktlich in Berlin an.
Vielleicht sollte die Bahn einfach aufhören nach Fahrplan zu fahren, denn dazu ist sie augenscheinlich nicht in der Lage. Sie sollte es so machen wie die Sammeltaxis und Collectivos in Afrika und Südamerika. Von Sonnenaufgang bis in den Abend fahren alle paar Minuten Sammeltaxis/Collectivos/Busse eine bestimmte Strecke. Fahrplan gibt es keinen, aber man weiß sicher, dass man von A nach B kommt. Würde die Deutsche Bahn einfach den Fahrplan abschaffen und stattdessen z. B. sagen: Auf der Strecke Hamburg nach Berlin fahren von 6:00 bis 22:00, 32 ICEs, (16 Stunden, 2 Züge pro Stunde, rein statistisch), dann wüsste jeder Fahrgast, dass er in dieser Zeit problemlos von HH nach Berlin kommt. Er wüsste zwar nicht so genau wann, aber damit muss der “dumme” Bahnkunde dann halt einfach leben. Stellen wir uns doch mal nicht so an. Was in Afrika und Südamerika funktioniert, kann doch für uns nicht so verkehrt sein.
Dienstag 3.2.2010, meine Freundin fährt zurück. Siehe da, im Fahrplan der Bahn stehen plötzlich wieder die ICEs zwischen Bremen und Hannover. Also denkt meine Freundin, dass die nun wieder fahren, denn sonst würden sie ja nicht wieder im Plan stehen (die letzten Wochen standen sie ja nicht im Fahrplan). Ich war da ja skeptisch, aber meine Freundin vertraute der Onlineauskunft und buchte die Fahrt 12:03 ab Berlin über Hannover nach Bremen und Bremerhaven. Und was passierte? Natürlich: Der ICE von Hannover nach Bremen fuhr natürlich NICHT. Ich glaube, die Bahn verarscht uns Fahrgäste absichtlich. Denn aus Versehen kann so ein Mist gar nicht passieren. Also wieder Verspätung ab Hannover und verpasster Anschluss in Bremen.
Zur Zeit sind ca. 80% der unserer (meiner Freundin und meiner) Fahrten verspätet und nicht im Plan, und zwar deutlich nicht im Plan. Wir reden nicht über 10 – 15 Minuten Verspätungen.
Ich habe meine Bahncard 50 jetzt erstmal gekündigt und überlege ernsthaft ab März wieder Auto zu fahren.
Bautec 2010 Berlin – Die führende Baupolitische Fachmesse in Berlin
Die alle zwei Jahre stattfindende bautec 2010 hat sich zur führenden baupolitischen Fachmesse entwickelt und gilt als Konjunkturbarometer der Baubranche. Die Prognosen für die bautec 2010 sind sehr viel versprechend. Die bautec hat sich gut etabliert und beim letzten Mal im Jahr 2008 eine sehr viel versprechende Entwicklung genommen.
In diesem Jahr findet die bautec vom 16. – 20.2.2010 satt und wird besonders auf die zukunftsträchtigen Bereiche „Bauen und Energie“ sowie „Städtebau der Zukunft“ ihr Augenmerk und ihre Darstellung legen.
Das Messegelände Berlin unter dem Funkturm mit dem Internationalen Congress Centrum (ICC), wo die bautec 2010 stattfindet, sind nur wenige Fußminuten, oder ca. 800m von der Hotel Pension Am Park entfernt. In der Hotel Pension Am Park gibt es für die Zeit der bautec noch freie Zimmer. Ganz bequem erreichen Sie von Ihrer Messe-Unterkunft Pension Am Park, nach einem ausgiebigen Frühstück das Messegelände zu Fuß. Kein Stress mit parken und An-/Abreise zur Messe.
Reduzierter Mehrwertsteuersatz für Hotelübernachtungen
Die Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen…. Kommt sie, oder kommt sie nicht. Es gibt Widerstand dagegen. Wie ich meine zu Recht.
Ich als Betreiber der Pension Am Park müsste mich ja über dieses Steuergeschenk freuen, wie es, zumindest den Presseberichten nach, alle anderen meiner Kolleginnen, Kollegen und Verbände tun.
Nun mag ich ja ein Nestbeschmutzer oder Querulant sein, womit ich gut leben kann, aber ich habe mir dennoch erlaubt mir mal ein paar Gedanken über das Thema und die Begründungen für die Steuersenkung zu machen und diese hier nieder zu schreiben.
Klar ist das ich dieses Thema natürlich durch die berliner Brille betrachte und nicht durch die bayerische. Wie man inzwischen weiß geht diese Ermäßigung des Mehrwertsteuersatzes auf das Betreiben der CSU zurück, die ihren treuen Wählern ein Geschenk machen wollte. In Österreich ist der MWST-Satz auf Hotelübernachtungen niedriger als in Deutschland, weshalb die bayerischen Betreiber gegenüber den Österreichern im Nachteil sind. Ok, das leuchtet mir ja durchaus ein, auch wenn deshalb die Übernachtungspreise (meinem Empfinden nach) in Österreich nicht niedriger sind als in Bayern. Mit diesem Argument könnte man natürlich auch etliche andere Steuersätze senken, denn ich bin sicher in Österreich, oder anderen an Deutschland angrenzenden Ländern, gibt es noch ein paar Steuern und Abgaben die niedriger sind als bei uns.
Aus Berliner Sicht bringt diese Senkung meines Erachtens gar nichts, zumindest nicht für die Hoteliers. Der Berliner Markt leidet unter enormen Überkapazitäten und daraus resultierend einem extremen Preiskampf. Wenn ich sehe, dass es in Hotels der Kategorie zwei bis drei-Sterne die Doppelzimmer teilweise schon ab 29 Euro pro Nacht und in Fünf-Sterne-Häusern zeitweise schon ab 99 Euro (teilweise sogar inkl. Frühstück) gibt, kann ich mir ausrechnen, wie groß die Not sein muss. Welcher Hotelier also im Ernst glaubt, das in so einem Markt auch nur ein Cent der Steuersenkung in seiner Tasche landet, glaubt wahrscheinlich auch an den Weihnachtsmann. Die Folge der Steuersenkung wird sein, dass es die Doppelzimmer dann statt ab 29, ab 25, bzw. statt für 99 zu 89 Euro geben wird.
Sehr originell finde ich die Argumente einiger Hoteliers und Verbände, die verlautbaren, dass sie die Mehreinnahmen für fällige Renovierungen und Ausbaumaßnahmen verwenden wollen. Das heißt ja im Umkehrschluss, dass solche Maßnahmen bisher unterblieben sind. Die Damen und Herren Kollegen haben also den Preiskampf so weit getrieben, dass kein Geld mehr für Renovierung und Verbesserungen da war. Wenn dem so ist, wäre das extrem kurzfristig gedacht und nicht sonderlich schlau.
Das allerdümmste Argument aber (meine Kollegen mögen mir das verzeihen) ist, dass dieses Geld für mehr Personal aufgewendet wird. Also bitte……, wer soll das den glauben? Dieses Märchen von wegen „höherer Gewinn bedeutet mehr Arbeitsplätze“ glaubt doch im Ernst kein Mensch mehr. Angeblich bis zu 70.000 neue Arbeitsplätze sollen entstehen, wenn der Mehrwertsteuersatz auf Übernachtungen gesenkt wird. Für wie blöd halten die, die das erzählen mich eigentlich?
Arbeitsplätze werden geschaffen wenn man Personal benötigt, nicht wenn man mehr Geld verdient. Der Hotelmarkt in Berlin (in den bayerischen Skiorten mag das anders sein) ist dominiert von großen internationalen Hotelketten und Konzernen. Wie inzwischen jeder wissen sollte zählen für große, international operierende Konzerne nur Shareholder Value und Steigerung der Rendite. Keiner schafft in großen Konzernen Arbeitsplätze nur weil mehr Umsatz/Gewinn gemacht wird. Ganz im Gegenteil. Wie oft haben wir es erlebt, dass Konzerne Rekordgewinne machen und trotzdem Arbeitsplätze abbauen.
Bei kleinen, Familien geführten Unternehmen ist das wahrscheinlich noch anders. Da heißt es vielleicht: Bevor ich Unsummen an Einkommensteuer zahle, stelle ich jemanden ein der mich entlastet und arbeite selber etwas weniger.
Den Hoteliers in Berlin kann ich nur raten: Kalkuliert vernünftig, unterbietet Euch nicht gegenseitig mit Dumpingangeboten, dann bleibt auch genug hängen und Ihr müsst nicht auf eine Senkung der Mehrwertsteuer warten um investieren zu können und Personal einzustellen. Aber klar: Der nächste Quartalsbericht (oder sogar schon Monatsbericht an die Zentrale) ist im Zweifel wichtiger als die langfristige Perspektive.






