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Berlin Tourismus – Reise 5

Informationen rund um Berlin, Reisen, Tourismus, Hotels und Pensionen

Kleine, inhabergeführte Pensionen sind die Verlierer im Berlin Tourismus

Seit kurzem ist das Wachstum der Berliner Touristenzahlen gebremst. Dies stört Großinvestoren und Großhoteliers aber nicht. Die setzen weiter auf Wachstum und bauen, und bauen, und bauen…. neue Hotels.
Die Tourismusbranche bleibt, was Berlin angeht, optimistisch, obwohl der jahrelange, teils zweistellige Anstieg der Berlin Besucher und der Übernachten in Berlin, im ersten Halbjahr 2008 auf nur noch 1,9 Prozent schrumpfte und es im Juni sogar einen Rückgang um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gab.
Achim Marowsky hält das für einen „Ausrutscher“. Herr Marowsky möchte 2009 das erste hiesige „easyHotel“ am Hackeschen Markt in Berlin Mitte eröffnen. „Im Budgetbereich gibt es noch große Möglichkeiten, nur der Markt für Vier-Sterne-Hotels ist bald gesättigt.“
„Sehr zuversichtlich“ ist auch die Marketingchefin der Orco Property Group, Sabrina Eilers die das denkmalgeschützte Haus Cumberland am Kurfürstendamm Berlin ab dem Frühjahr 2009 zum Fünf-Sterne-Hotel mit großen Wellnessbereichen und einer Einkaufspassage umbauen möchte. In der City-West gebe es nur wenige Hotels, die hohe Ansprüche vermögender Reisender, etwa aus Dubai, erfüllen könnten. Ein Betreiber für das neue Hotel im Haus Cumberland ist aber noch nicht gefunden. So ganz leicht scheint das für den 5-Sterne-Bereich nicht mehr zu sein. Denn auch die arabischen Investoren des „Zoofenster“-Hochhauses am Bahnhof Zoo Berlin sind immer noch auf der Suche nach einem Hotelbetreiber.
Im größten Berliner Hotel, dem Estrel in Neukölln, sieht Sprecherin Mihaela Djuranovic die „Tendenz, dass weniger Touristen buchen“, hat aber damit keine Sorgen denn „Das gleicht sich aus durch steigende Kongressgeschäftszahlen, dort gibt es immer mehr ausländische Anfragen.“ Dadurch sei das Haus gut ausgelastet und an manchen Tagen ausgebucht. Im Vier-Sterne-Bereich dürften sich neue Häuser jedoch „eher nicht mehr“ lohnen, glaubt Djuranovic.
Ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr hat der Direktor des Hotels Steigenberger am Los-Angeles-Platz, Torsten Karl Schulze, festgestellt. Derzeit sind seine Zimmer (trotz Umbauarbeiten) zu rund 60 Prozent ausgebucht. Die Rückgänge in Berlin führt Schulze auf die „gesamtwirtschaftliche Perspektive“ zurück.
Derzeit gibt es ca. 96 700 Betten in 637 Betrieben. Besonders die die niedrigen Preise machen Berlin attraktiv: In der Vier-Sterne-Kategorie kostet die Übernachtung durchschnittlich 138 Euro (London: 345 Euro, Paris: 329 Euro). „Das freut den Gast, den Hotelier aber nicht“, sagt Nerger, der gerne höhere Preise durchsetzen würde. Daran sei aber nicht zu denken. Viele Gäste kommen zu Kongressen und Tagungen, hier liegt Berlin weltweit auf Platz zwei nach Wien.
Zu den Verlierern gehören inhabergeführte Pensionen. Ihnen macht die Konkurrenz der Niedrigpreishotels zu schaffen. „Das bedauere ich sehr, denn die Pensionen sind berlintypisch und ein charmantes Produkt“, sagt Nerger.
Ich habe zum dem Thema auch schon vor einigen Wochen einen Beitrag geschrieben, der hier zu lesen ist.
20.8.2008

Neuer Rekord im für den Berliner Tourismus
Allem Anschein nach wird das Jahr 2007 die alte Tourismus-Rekordmarke von 16 Millionen Übernachtungen pro Jahr abermals übertreffen. Wie Hanns Peter Nerger, der Chef der Berlin-Tourismus-Marketinggesellschaft BTM, bekannt gab rechnet er mit ca. 17,5 Millionen Touristen bis Jahresende 2007. Auch die weiteren Aussichten versprechen einen weiteren Aufwärtstrend. Nach zweistelligen Zuwachsraten in diesem Jahr erwartet Nerger für 2008 eine Steigerung von 3,5 Prozent. 2010 sollen dann 20 Millionen Übernachtungen erreicht werden. Zu den derzeit 90 000 Hotelbetten kommen in den nächsten Jahren 2500 bis 3000 dazu. Zurzeit sind die Betten der 587 Beherbergungsbetriebe zu 59,4 Prozent ausgelastet. Der Anteil an internationalen Gästen beträgt beim Berlin-Tourismus 38,3 Prozent, angepeilt wird ein Anteil von 45 Prozent. Die jüngste Statistik zeigt Steigerungsraten besonders für Gäste aus Spanien, Italien, Schweden, Kanada und den USA.
Um aber ein wenig Wasser in den Wein zu gießen, sollte nicht unerwähnt bleiben, das die Anzahl der Hotelbetten in den letzten 10 Jahren teilweise schneller gestiegen ist als die Zahl der Gäste, was zu einem enormen Konkurrenz- und Preisdruck bei den Hotels führt. Bei den kleinen und familiengeführten Hotels und Pensionen kommt von dem Zuwachs an Gästen leider z. T. gar nichts an, da diese von großen internationlaen Hotelketten und -Konzernen verdrängt werden.
Juli 2008

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