Der Tourismus boomt! Wie sieht die die Tourismuspolitik des Senats aus?
15. November 2011Sybille Nitsche vom Tagesspiegel führte kürzlich ein, wie ich finde, lesenswertes Interview mit Johannes Novy vom Center for Metropolitan Studies der TU Berlin, wo er unter anderem über Stadtentwicklungspolitik forscht. In dem Interview geht es um die Entwicklung des Tourismus in Berlin. Seine Folgen im Positiven wie im Negativen und was die Stadt tut, oder auch nicht.
Mir erscheint es so, dass das Einzige Streben von Berlin und der im Tourismus Verantwortlichen ist, die Zahl der Besucher und Übernachtungen zu steigern um zu den „Markführern London und Paris aufzuschließen. Masse ist das Ziel. Klasse scheint nicht so wichtig zu sein, was sich auch in der Werbung niederschlägt. Ständig lese ich wie billig (nein sorry, „billig“ darf man ja nicht sagen. „Preisgünstig“ heißt das, kommt aber letztlich auf das selbe raus, denn beim Leser kommt „billig“ an.) Berlin ist, was ja auch stimmt. Ziemlich alle Untersuchungen belegen, dass Berlin eine der billigsten, Verzeihung „preisgünstigsten“ meinte ich natürlich, Städte in Europa ist.
Das sich in einigen Bezirken Unmut regt über die Massen von Menschen, die durch den Kiez ziehen, oder auch über die „Sauftouristen“ die teilweise organisiert in Gruppen durch gewisse Gegenden ziehen mit dem einzigen Ziel billig zu trinken, ist da durchaus nachzuvollziehen.
Interessant für mich wäre in diesem Zusammenhang mal zu hören/lesen, wie Städte, die noch mehr Touristen haben als Berlin, sprich London und Paris damit umgehen. Der Stadtkern von Paris ist nicht größer als der von Berlin, muss aber noch mehr Touristen verkraften. Wie funktioniert dort das Nebeneinander von Einheimischen und Touristen? Gibt es ähnliche Phänomene wie in Berlin? Wie sieht Tourismus- und Stadtentwicklung dort aus. Denn klar ist auch, dass Berlin wohl mehr und mehr Touristen bekommen wird und diese ja auch ein enormer Wirtschaftsfaktor sind. Tourismus bringt Geld, Arbeitsplätze und Wohlstand. Wie also kann man Quantität und Qualität, Einheimische und Touristen miteinander in Einklang bringen?



