Übernachtungszahlen in Berlin – Da kann doch etwas nicht stimmen | Pension Berlin - Hotel Berlin Pension Am Park Lietzensee Pension Berlin – Hotel Berlin Pension Am Park Lietzensee Pension Berlin Am Park WordPress-Blog

Übernachtungszahlen – Da kann doch etwas nicht stimmen

28. Januar 2010

In der Kalenderwoche 3/2010 habe ich in einer seriösen Berliner Tageszeitung einen Bericht gelesen der als Inhalt die Mehrwertsteuersenkung für die Hotellerie hatte, welche sich die Hotels in die eigene Tasche stecken würden, worauf ich in einem anderen Beitrag in meinem Blog näher eingehe. Im Anschluss an Bericht veröffentlichte die Journalistin noch folgende Zahlen:

In 2009 gab es in Berlin 19 Mio. Übernachtungen, in 2003 waren es 11 und in 1993 7,3 Millionen. Es gibt 723 Hotels in Berlin was zu 2008 einen Anstieg um 71 Hotels bedeutet. Die Auslastung der Hotels ist in 2009 im Vergleich zu 2008 um weitere 5% auf 56% gestiegen.
Ein Haufen Zahlen, die nicht miteinander vergleichbar sind da sie aus unterschiedlichen Jahren sind und mal in Prozenten, mal in absoluten Zahlen angegeben sind. Aber auf den ersten Blick kamen mir die Zahlen nicht schlüssig vor und ich habe mir die Mühe gemacht die Zahlen mal nachzurechnen (2008 zu 2009) und vergleichbar zu machen.

Übernachtugen
2008 17,8 Mio (lt. BTM)
2009 19 Mio
Das macht ein Plus von 1,2 Mio, oder 6,74%

Hotels:
2008 652 (723 minus 71)
2009 723
Plus 10,9%

Auslastung lt. Artikel angeblich plus 5% gegenüber 2008

Wie sich das rechnet ist mir ein völliges Rätsel. Auf 10,9% mehr Hotels (ich gehe davon aus, dass die Zahl der Betten/Zimmer auch um ca. 10% gestiegen ist) kommen NUR 6,74% mehr Übernachtungen, was dann eine Steigerung der Auslastung um 5% ergibt.
Ich habe die Zahlen mehreren anderen Leuten gezeigt, weil ich dachte, das ich evtl. einen Denkfehler mache, aber keiner konnte das nachvollziehen. Selbst wenn ich in Betracht ziehe, dass natürlich die neuen Hotels nicht am 1.1.2009, sondern im Laufe des Jahres erst auf den Markt kamen, kann ich die Zahlen nicht nachvollziehen.
Wenn ich dann noch mit einbeziehe, das im Mai 2009 viele Hotels Umsatz- und Übernachtungsrückgänge (teilweise im 2-stelligen Prozentbereich) meldeten im Vergleich zu 2008, deshalb Einstellungsstopps verhängten, Mitarbeiter in Zwangsurlaub schickten, Restaurants schlossen und ihre Sterne-Klassifizierung abgaben, rechnet sich diese Auslastungssteigerung noch viel weniger.

Ich habe also eine Mail an die Journalistin geschrieben und sie gebeten mir das mal zu erklären oder vorzurechnen. Leider habe ich keine Antwort bekommen.
Wir reden hier nicht von der Zeitung mit den vier großen Buchstaben, oder einem anderen Blatt dieser Kategorie (da hätte ich mich ja nicht gewundert), sondern von einer seriösen, angesehenen Zeitung.